
Projektverlauf von exist Forschungstransfer
So läuft die Förderung ab
Mit exist Forschungstransfer erhaltet ihr die Möglichkeit, eure Forschung schrittweise in ein technologieorientiertes Unternehmen zu überführen. Während der Förderung arbeitet ihr parallel an der technologischen Weiterentwicklung, am Geschäftsmodell und an der Vorbereitung der Gründung.
Dabei werdet ihr von eurer Hochschule oder Forschungseinrichtung, dem zuständigen Gründungsnetzwerk, einer fachlichen Mentorin oder einem fachlichen Mentor sowie dem Projektträger begleitet. Gleichzeitig sind bestimmte Meilensteine, Nachweise und Berichtspflichten Bestandteil der Förderung.
Ziel ist es, euer Vorhaben technologisch und unternehmerisch so weiterzuentwickeln, dass daraus ein skalierbares DeepTech-Unternehmen mit klarer Markt- und Finanzierungsperspektive entstehen kann – From Science To Business.
Meilensteine
Wichtige Schritte während der Förderung
Die folgenden Meilensteine strukturieren die Förderphase I. Je nach Vorhaben und Zuwendungsbescheid können zusätzliche Auflagen oder individuelle Anforderungen hinzukommen.
| Zeitpunkt | Meilenstein | Inhalt |
| bis Monat 3 | Auftaktgespräch | Bestandsaufnahme mit Hochschule, Gründungsnetzwerk, Mentoring und Projektträger zu Technologie, Geschäftsmodell, IP, Finanzierung und administrativen Themen. |
| bis Monat 3innerhalb der Projektlaufzeit | Seminar “Gründungsteam” | Pflichtformat zur Teamqualität, Konkretisierung der Geschäftsidee und Persönlichkeitsentwicklung für die Gründung. |
| Monat 6 | Zwischenbericht | Kurzer Bericht zu wissenschaftlich-technischen Ergebnissen, Arbeitsplanung, Risiken, Änderungen und Verwertungsplanung. |
| 2. und 4. Quartal | Gründungsforum | Bundesweites Vernetzungs- und Informationsformat für geförderte Teams. Die Teilnahme ist nicht verpflichtend, wird aber erwartet. |
| Monat 12 | Zwischenpräsentation, Bewertung und Term Sheet | Präsentation des Zwischenstands vor dem Gründungsnetzwerk, schriftliche Bewertung sowie nächster Schritt zur Regelung des IP-Transfers. |
| jährlich bis 30.04. | Zwischennachweis | Zahlenmäßiger Nachweis für das vorherige Kalenderjahr durch die Hochschule oder Forschungseinrichtung. |
| Während der Förderlaufzeit (vor Antragstellung für Phase II) | Businessplan und Bewertung | Einreichung eines Businessplans und Bewertung durch das Gründungsnetzwerk als Grundlage für die nächste Entwicklungs- und Finanzierungsphase. |
| 1 Monat vor Antragstellung Phase II | Statusgespräch | Besprechung des Businessplans, der formalen Voraussetzungen und der Erfolgschancen einer möglichen Antragstellung für Förderphase II. |
| bis 3 Monate nach Laufzeitende | Schlussbericht und Verwendungsnachweis | Aktualisierter Businessplan mit kurzem Erfolgskontrollbericht sowie abschließender zahlenmäßiger Nachweis der Verwendung der Fördermittel durch die Hochschule oder Forschungseinrichtung. |
Technologische Weiterentwicklung
Vom Proof of Principle zum Proof of Concept
exist Forschungstransfer setzt voraus, dass mit dem Antrag bereits ein Proof of Principle vorliegt. Das bedeutet: Die grundsätzliche Funktionsfähigkeit eurer Technologie wurde nachvollziehbar gezeigt, zum Beispiel durch Laborergebnisse, experimentelle Nachweise oder einen Funktionsdemonstrator.
Während der Förderung arbeitet ihr daran, diese Grundlage in Richtung Proof of Concept und Prototypen weiterzuentwickeln. Die Technologie soll also nicht nur im Grundsatz funktionieren, sondern unter praxisnahen Bedingungen belastbarer werden.
Je nach Projekt umfasst dies beispielsweise:
- experimentelle Entwicklungsarbeiten
- Aufbau und Weiterentwicklung von Demonstratoren oder Prototypen
- Validierung technologischer Ansätze unter praxisnahen Bedingungen
- Weiterentwicklung von KI-Modellen, Algorithmen oder technischen Verfahren
- Tests mit Pilotkundinnen und Pilotkunden oder Anwendungspartnern
Die reine Validierung von Forschungsergebnissen oder allgemeine Machbarkeitsuntersuchungen sind nicht Gegenstand von exist Forschungstransfer.
Markt, Geschäftsmodell und Finanzierung
Technologie und Markt früh zusammenbringen
Neben der technologischen Entwicklung arbeitet ihr von Beginn an an der wirtschaftlichen Perspektive eures Vorhabens. Gerade bei DeepTech-Gründungen ist es entscheidend, Technologieentwicklung, Kundennutzen und Geschäftsmodell früh zusammenzudenken.
Dazu gehören unter anderem:
- Zielgruppen- und Marktanalysen
- Gespräche mit potenziellen Kundinnen und Kunden
- Wettbewerbsanalysen und Abgrenzung zum Stand der Technik
- Preis-, Erlös- und Skalierungsmodelle
- Go-to-Market-Strategien und mögliche Markteintrittsbarrieren
- Akquise von Pilotkundinnen, Pilotkunden und Anwendungspartnern
- Vorbereitung der Investorenansprache und möglicher Anschlussfinanzierungen
Ziel ist es, einen belastbaren Businessplan zu entwickeln, der sowohl die technologische Entwicklung als auch Markt, Kundennutzen, Finanzierung und Wachstum nachvollziehbar darstellt.
Coaching, Mentoring und Auftaktgespräch
Unterstützung durch erfahrene Expertinnen und Experten
Während der Förderung werdet ihr fachlich und unternehmerisch begleitet. Eine Mentorin oder ein Mentor aus der Hochschule oder Forschungseinrichtung übernimmt die fachliche Betreuung. Ergänzend unterstützt euch das Gründungsnetzwerk bei gründungsrelevanten Fragen, Businessplan, Coaching, IP-Themen und Anschlussoptionen. Für unternehmerisches Coaching sind in Förderphase I Mittel vorgesehen.
Ebenfalls innerhalb der ersten Monate findet ein Auftaktgespräch statt. Es dient der Bestandsaufnahme und behandelt unter anderem Entwicklungskonzept, Geschäftsmodell, IP-Strategie, Businessplan, Finanzierung, Projektmeilensteine und administrative Fragen.
Seminar „Gründungsteam“
Als Team stärker werden
Innerhalb der ersten drei Monate nach Förderbeginn erhaltet ihr eine Einladung zum Seminar “Gründungsteam”. Das Seminar unterstützt euch bei der Entwicklung eurer Teamqualitäten, der Konkretisierung der Geschäftsidee und der persönlichen Vorbereitung auf die Gründung.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem:
- Teamrollen und Zusammenarbeit
- Stärken und Entwicklungsfelder im Team
- Kommunikation und Entscheidungsprozesse
- unternehmerische Haltung und Persönlichkeitsentwicklung
- Konkretisierung der Geschäftsidee
Das Seminar ist kein Auswahlverfahren. Es soll euch dabei helfen, als Team klarer, belastbarer und gründungsfähiger zu werden.
Gründungsforum
Austausch mit anderen DeepTech-Teams
Zweimal jährlich lädt exist die aktuell geförderten Teams im exist Forschungstransfer zum Gründungsforum ein. Die Veranstaltung bietet Raum für Austausch, Vernetzung und fachliche Impulse.
Jedes Gründungsforum hat ein eigenes Schwerpunktthema. Mögliche Themen sind zum Beispiel Schutzrechte, Finanzierung, Marketing, Unternehmensaufbau oder andere Fragen der Gründungsphase. Die Teilnahme ist nicht verpflichtend, wird aber erwartet und empfohlen.
Zwischenbericht, Zwischenpräsentation und Bewertung
Fortschritte sichtbar machen und Feedback nutzen
Nach sechs Monaten reicht ihr einen Zwischenbericht ein. Er dokumentiert die wichtigsten wissenschaftlich-technischen Ergebnisse, den Abgleich mit der ursprünglichen Arbeits-, Zeit- und Ausgabenplanung sowie mögliche Änderungen, Risiken und Verwertungsperspektiven.
Nach zwölf Monaten folgt die Zwischenpräsentation vor dem Gründungsnetzwerk. Dabei stellt ihr den Entwicklungsstand eures Vorhabens vor. Der Fokus liegt insbesondere auf Unternehmensaufbau, Geschäftsmodell, Markt, Markteintrittsstrategie, Kundennutzen, Alleinstellungsmerkmalen, Wettbewerb und Finanzierung.
Das Gründungsnetzwerk bewertet den Zwischenstand schriftlich. Diese Bewertung unterstützt euch dabei, Stärken, offene Punkte und nächste Schritte klarer zu erkennen.
Schutzrechte, Term Sheet und IP-Transfer
Die Grundlage für das spätere Unternehmen sichern
Bei forschungsbasierten DeepTech-Vorhaben spielen Schutzrechte, Know-how, Software, Daten und andere Formen geistigen Eigentums häufig eine zentrale Rolle. Deshalb muss früh geklärt werden, wie das spätere Unternehmen Zugriff auf die für die Gründung notwendigen Rechte erhält.
Zum Projektabschluss muss ein Vertrag vorliegen, der die Übertragung beziehungsweise Nutzung der relevanten Schutzrechte und angeschafften Geräte regelt. So wird sichergestellt, dass das gegründete Unternehmen mit den notwendigen technologischen Grundlagen weiterarbeiten kann.
Businessplan, Statusgespräch und Förderphase II
Die nächste Entwicklungsphase vorbereiten
Je nach Dauer der Förderlaufzeit, reicht ihr einen Businessplan ein. Dieser sollte die wesentlichen Aspekte des zukünftigen Unternehmens beschreiben und für Gespräche mit Kapitalgebern geeignet sein.
Der Businessplan umfasst insbesondere:
- Geschäftsmodell und Kundennutzen
- Markt- und Wettbewerbsanalyse
- Technologie- und Produktentwicklung
- Schutzrechte und IP-Strategie
- Finanzierungsstrategie
- Wachstumsplanung und Skalierungspotenziale
Vor einer möglichen Antragstellung für Förderphase II findet ein Statusgespräch statt. Dabei werden der Businessplan, die formalen Voraussetzungen, die Erfolgschancen einer Antragstellung sowie die weitere Unternehmens- und Finanzierungsstrategie besprochen.
Förderphase II ist die Anschlussphase für junge technologieorientierte Unternehmen, die aus Förderphase I hervorgegangen sind. Sie unterstützt das Unternehmen dabei, die in Förderphase I erreichten Ergebnisse weiterzuentwickeln, die Unternehmensentwicklung voranzubringen und die Anschlussfähigkeit an Markt, Finanzierung und Skalierung zu stärken.
Ein direkter Einstieg in Förderphase II ohne vorherige Förderphase I ist grundsätzlich nicht möglich. Im Rahmen eines Modellversuchs kann für besonders innovative KI-basierte Vorhaben aus dem exist Gründungsstipendium in Einzelfällen ein Zugang zu Förderphase II möglich sein. Dafür gelten besondere Voraussetzungen.
Zwischen- und Verwendungsnachweise
Fördermittel korrekt dokumentieren
Neben den inhaltlichen Meilensteinen müssen auch die Verwendung der Fördermittel dokumentiert werden. Der Zwischennachweis wird jährlich bis zum 30. April für das vorherige Kalenderjahr eingereicht. Der Verwendungsnachweis ist spätestens drei Monate nach Ende der Förderlaufzeit vorzulegen.
Die Erstellung erfolgt in der Regel durch die Finanz- oder Drittmittelabteilung der Hochschule oder Forschungseinrichtung. Wichtig ist, dass alle Ausgaben einen klaren Projektbezug haben, innerhalb des Bewilligungszeitraums liegen und korrekt dokumentiert werden.
ESF-Fragebogen und Monitoring
Warum eure Angaben wichtig sind
Förderphase I von exist Forschungstransfer wird durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) kofinanziert. Deshalb können während und nach der Förderung bestimmte Angaben zu den geförderten Personen und zum Projekt erforderlich sein. Ihr erhaltet eine automatisch generierte E-Mail mit den Zugangsdaten zum ESF-Fragebogen
Die Daten dienen der Abrechnung, Evaluation und Weiterentwicklung der Förderung. Sie werden ausschließlich im Rahmen der geltenden Datenschutzbestimmungen verarbeitet.
Projektabschluss
Der Übergang in die nächste Unternehmensphase
Mit dem Ende der Förderung ist die Entwicklung eures Vorhabens nicht abgeschlossen. Für viele Teams beginnt jetzt die nächste entscheidende Phase: Unternehmensaufbau, Anschlussfinanzierung, Pilotprojekte, Marktzugang und Wachstum.
Zum Abschluss gehören insbesondere:
- aktualisierter Businessplan
- kurzgefasster Erfolgskontrollbericht
- Vertrag zur IP- und Geräteübertragung
- Verwendungsnachweis
- gegebenenfalls weitere projektbezogene Unterlagen
exist Forschungstransfer schafft dafür die technologische und unternehmerische Grundlage.
Anschlussfinanzierung und Wachstum
Die nächsten Schritte nach der Förderung
Ziel der Förderung ist es, die Anschlussfähigkeit eures Vorhabens an Markt, Finanzierung und Skalierung zu stärken. Je nach Geschäftsmodell und Entwicklungsstand kommen nach der Förderung unterschiedliche Optionen infrage.
Dazu gehören beispielsweise:
- Förderphase II von exist Forschungstransfer
- Venture Capital
- Business Angels
- öffentliche Förderprogramme
- strategische Industriepartnerschaften
- Acceleratoren und Inkubatoren
- europäische Förderprogramme
Durch die Förderung, den Businessplan, erste Marktvalidierungen und die technologische Weiterentwicklung entsteht eine belastbare Grundlage für weitere Finanzierungs- und Wachstumsschritte.
exist Alumni
Teil des DeepTech-Ökosystems bleiben
Auch nach der Förderung bleibt ihr Teil des exist Netzwerks. Viele ehemalige Teams tauschen Erfahrungen aus, unterstützen neue Gründungsvorhaben oder bringen ihre Perspektive als Mentorinnen und Mentoren ein.
Das Netzwerk bietet unter anderem:
- Austausch mit anderen Gründerinnen und Gründern
- Sichtbarkeit innerhalb der Startup-Community
- Kontakte zu Partnern aus Wirtschaft, Forschung und Finanzierung
- Zugang zu Veranstaltungen und Formaten
- Anknüpfungspunkte zu weiteren exist Programmen und Ökosystemen
So begleitet exist viele Startups weit über die eigentliche Förderung hinaus.



